Der Anderter Friedhof
zuletzt aktualisiert:
17.11.2011
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Der älteste Anderter Friedhof lag direkt neben der Anderter Kapelle. Bei Bauarbeiten an der Kapelle im Jahr 1953 wurden die Gebeine hier bestatteter Personen entdeckt.
Als der Platz an der Kapelle nicht mehr ausreichte (auch der harte Mergelboden eignete sich nicht für eine größere Friedhofsanlage), wurden die Verstorbenen aus Anderten viele Jahrhunderte auf den Friedhöfen in Ilten und Kirchrode beigesetzt, je nachdem, zu welchem Kirchspiel Anderten gerade gehörte.
Schließlich wollten die Anderter ihren eigenen Friedhof haben. Im Jahre 1876 kauften Anderter Bürger, nicht die Kirchengemeinde, die zu dieser Zeit noch nicht existierte, zu diesem Zweck an der Ostfeldstraße Gelände an. Der Friedhof wurde in der Form angelegt, die bis heute unverändert geblieben ist.
Nach dem 2. Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl von Anderten auf fast 8000 an. Der Friedhof mußte daher 1979 durch Ankauf zusätzlichen Geländes im südlichen Teil erweitert werden.
Die Friedhofskapelle wurde im Jahr 1968 renoviert, durch einen Anbau erweitert, und auf den Namen Salvator geweiht, um damit die Verbundenheit zu der Patengemeinde Bärenstein (Erzgebirge) mit ihrer Salvatorkirche zu bekunden.
Die Verwaltung des Friedhofes wurde bis zum 8. Oktober 1954 durch den Kirchenvorstand der Anderter Kapelle betrieben. Ab Oktober 1954 übernahm die Gemeinde Anderten die Friedhofsverwaltung aufgrund einer mündlichen Vereinbarung bis zur Eingemeindung in die Landeshauptstadt Hannover am 1. März 1974. Die Stadt Hannover verwaltete und nutzte den Friedhof in den folgenden Jahren unverändert.
Die mündliche Vereinbarung vom Oktober 1954 wurde durch den Vertrag vom 15. Juni 1981 zwischen der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Martin und der Landeshauptstadt Hannover bezüglich der Verwaltung und Nutzung des im Eigentum der Kirchengemeinde Anderten stehenden Friedhofteils innerhalb des Stadtfriedhofes Anderten schriftlich konkretisiert.
Seit Jahren wollen Gerüchte nicht verstummen, die Stadt Hannover beabsichtige wegen der geringen Größe und der damit verbundenen Unwirtschaftlichkeit des Friedhofes dessen Schließung. Das hätte zur Folge, dass Anderter Bürger in einem solchen Falle wahrscheinlich auf den nächstgelegenen größeren städtischen Friedhöfen Seelhorst und Lahe beigesetzt werden müßten.
Anderter Bürger haben sich viele Jahre bemüht, diese Gefahr abzuwenden und die Friedhofsverwaltung in eigene Hände zu übernehmen.
Die Möglichkeit dazu bestände, indem der Friedhof in Form einer Stiftung zu führen wäre, die unter Aufsicht der Kirche nach kirchenrechtlichen Bestimmungen gegründet werden müßte.
Die Stadt Hannover hatte zu dieser Absicht ihr Einverständnis erklärt. Der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St. Martin hat den Vorschlag jedoch leider abgelehnt. Es bleibt zu hoffen, dass die Landeshauptstadt Hannover trotz der geringen Größe des Anderter Friedhofes diesen weiter offenhält und nutzt und es damit Anderter Bürgern erspart bleibt, die Gräber ihrer Angehörigen auf entfernten Friedhöfen besuchen zu müssen.
Im Jahr 1876 wurde für die Erweiterung des Anderter Friedhofs von Herrn Consul Schwemann/Kirchrode Land erworben. Für den Kauf des Grundstücks zahlten Mitglieder der Anderter Kapellengemeinde in den Jahren 1876-1878 jeweils 71,– Mark und erhielten dafür Familien- oder Erbbegräbnisplätze zugelost.

